Stellungnahme "Wien heute"


In der Nachrichtensendung „Wien heute“, ausgestrahlt durch den ORF am Sonntag, den 16. Oktober 2016 um 19 Uhr, verwendete die Redaktion Aufnahmen des Islamischen Zentrums Wien in einer Reportage über eine Studie zur Radikalisierung von Jugendlichen.

Das gezeigte Bildmaterial stand dabei in keinerlei Zusammenhang mit dem Inhalt, seine Verwendung jedoch evoziert den Eindruck, unser Zentrum sei Teil der im Bericht angesprochenen negativen Entwicklungen in der Gesellschaft.

Wir möchten darauf hinweisen, dass wir uns kontinuierlich zum Thema Extremismus geäußert und radikale Auslegungen des Glaubens sowie Terrorismus aufs Schärfste verurteilt haben. Wir arbeiten diesbezüglich eng mit allen Instanzen des österreichischen Staates und anderen, in der Präventions- und Deradikalisierungsarbeit tätigen Einrichtungen zusammen. Wir verstehen uns in diesem Punkt als Brückenbauer zwischen den verschiedenen Kulturen und Religionen in der österreichischen Gesellschaft.

Wir sind der Meinung, dass alle Institutionen dieses Landes geschlossen agieren und sich so für ein friedliches Miteinander einsetzen sollten. Hierbei kommt auch die große Verantwortung der Medien als Multiplikatoren zu tragen.

Wiederholt haben wir den ORF und auch andere Medien aufgefordert, es unbedingt zu unterlassen, Video- und Fotoaufnahmen des Islamischen Zentrums Wien zur optischen Untermalung von Meldungen zum Thema „Islamismus“ oder gar Terrorismusgefahr zu verwenden. Als Institution, die sich in tagtäglicher Arbeit genau gegen Radikalisierung wendet und aktiv für den Dialog und Frieden zwischen den Religionen eintritt, verwehren wir uns gegen diese Medienpraxis und behalten uns auch rechtliche Schritte dagegen vor.


Islamisches Zentrum Wien wehrt sich erneut gegen die diffamierende Nutzung von Bildmaterial (OTS, 17.10.2016)