Islamische Werte


Gleichheit und Brüderlichkeit:
Muslime sind sich dessen bewusst, dass alle Menschen vor Gott gleich sind. Es gibt keine Unterschiede aufgrund von Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht, sozialem Status oder ähnlichem. Allein die Frömmigkeit zählt bei Gott. Die Muslime bezeichnen sich gegenseitig als „Geschwister im Glauben“. Wie oben angeführt, ruft Gott die Menschen dazu auf, im Verrichten guter Werke miteinander zu wetteifern. Die Liebe zu unserem Schöpfer, das Bewusstsein, dass Gott alles sieht, was wir tun, sowie die Hoffnung auf das Paradies spornen die Muslime an, Gutes zu tun, freundlich, hilfsbereit, geduldig und selbstlos zu sein und nicht schlecht über andere zu sprechen – ja nicht einmal schlecht über sie zu denken. Hinsichtlich des guten Benehmens gibt es unzählige Überlieferungen aus dem Leben des Propheten – Gott segne ihn und schenke ihm Frieden. Einer seiner bekanntesten Aussprüche lautet: „Keiner von euch ist gläubig, bis er seinem Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht.“

Bildung:
Hervorzuheben ist auch die Wichtigkeit von Bildung im Islam. Eines der ersten Dinge, die Gott erschuf, war der Stift, und der erste Koranvers, den Er Muhammad – Segen und Friede seien mit ihm – offenbarte, lautet: „Lies im Namen deines Herrn, der erschuf.“(96:1). 

Angestrebt wird nicht nur der Erwerb religiösen Wissens, sondern ebenso die Bildung in allen nützlichen Disziplinen. Vom Propheten Muhammad – Allahs Segen und Friede seien mit ihm – wird überliefert, dass er sagte: „Das Streben nach Wissen ist eine Pflicht für jeden Muslim.“ 

Achtung gegenüber Frauen:
Zu den islamischen Werten gehört ebenfalls der Respekt vor den Frauen. In diesem Zusammenhang ist auch die Bedeckung und die Geschlechtertrennung zu sehen, die die Frau nicht etwa unterdrücken, sondern viel mehr wie eine kostbare Perle schützen sollen. Die meisten Frauen bedecken sich freiwillig und gerne, und wenn einzelne Frauen dazu gezwungen werden, steht dies im Widerspruch mit dem Koran, wo es heißt: „Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. (...)“(2:256).

Dies ist so zu verstehen, dass der Islam zwar der einzig richtige Weg ist, dass aber niemand gezwungen werden kann, diesen Weg zu beschreiten. Ebenso verhält es sich mit dem Kopftuch: Es ist eine Pflicht im Islam, doch keiner sollte eine Frau zwingen, dieser Pflicht nachzukommen. Denn ein erzwungener Glaube ist kein wahrhaftiger Glaube. 

Ablehnung von Gewalt: 
Für Terrorismus und Gewalt gibt es im Islam keinen Platz. Im Koran heißt es: „(...) wenn jemand einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne dass ein Unheil im Lande geschehen wäre, so ist es, als hätte er die gesamte Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so ist es, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.“ (5:32).

Erlaubt sind jedoch Selbstverteidigung, Landesverteidigung, Verteidigung von Gewaltopfern und Verteidigung der Glaubensfreiheit der Muslime. Für den Kampf gelten strenge Regeln, so ist es beispielsweise verboten Zivilpersonen anzugreifen oder Vieh, Feldfrüchte und Bäume zu vernichten. Der viel zitierte Begriff „Dschihad“ bedeutet nicht etwa „heiliger Krieg“, sondern „Anstrengung auf dem Wege Allahs“. Dies kann „Kampf“ bedeuten, aber auch die Bekämpfung der eigenen schlechten Charakterzüge oder soziales Engagement – kurz gesagt jeglicher Einsatz für das Gute und gegen das Schlechte. 

Der Islam ist eine Religion des Friedens, durch die Ergebung in Gottes Willen findet der Einzelne Frieden und bemüht sich, mit anderen Geschöpfen friedlich zusammenzuleben. 

Tier- und Umweltschutz: 
Zu den islamischen Werten gehören auch der Respekt vor Gottes Schöpfung und der verantwortungsvolle Umgang mit ihr, also Tier- und Umweltschutz. Tiere gelten als Lebewesen mit einer Seele, die Gott auf ihre Weise dienen. Zahlreiche Hadithe belegen, wie wichtig es ist, sie gut zu behandeln. So wird von einem Mann berichtet, der in der Wüste einen Hund sah, der am Verdursten war. Daraufhin stieg er in einen Brunnen hinab, füllte seinen Schuh mit Wasser und gab dem Hund daraus zu trinken. Dafür wurden ihm seine Sünden vergeben. Dem gegenüber steht der Bericht einer Frau, die ihre Katze verhungern ließ und dafür bestraft wurde. 

Der Mensch gilt als Statthalter auf der Erde; sie wurde ihm von Gott anvertraut, damit er gut auf sie Acht gebe. Die Erde gehört dem Menschen nicht und er darf sie nicht rücksichtslos ausbeuten; vielmehr soll er auf die Erhaltung eines natürlichen Gleichgewichts achten und die Bedürfnisse der gesamten Schöpfung berücksichtigen. „Siehe, Wir gossen das Wasser in Fülle aus. Alsdann spalteten Wir die Erde in wunderbarer Weise (26) und ließen Korn in ihr wachsen und Reben und Gezweig und Ölbäume und Palmen und dicht bepflanzte Gartengehege und Obst und Futtergras als Versorgung für euch und euer Vieh.“(80:25-32).